Ein Sturm braut sich zusammen: Wie der 3D-Druck die Welt revolutionieren wird

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Es bleiben jedoch einige Fragen offen, denn die gewonnenen Möglichkeiten und die Gestaltungsfreiheit der Endprodukte bergen auch Risiken: Fakt ist, dass die virtuellen Druckpläne von Einzelteilen und Gegenständen oft via Open Source Code bereit stehen, und zudem oftmals Schutzssysteme, Kontrollinstanzen und Richtlinien zur Qualitätssicherung fehlen. Ein Beispiel: Bereits nach erstem Erscheinen von 3D-Druckern sind Druckpläne für druckbare Waffen im Internet aufgetaucht. Denkbar wären auch selbst herzustellende Polizeimarken oder ähnnliches. Auch stelle man sich vor, dass nacheifernde Firmen dank der neuen Freiheit in der Produktion, die 3D-Druck bieten, im großen Stile selbstgedruckte, günstige – und ungetestete – Ersatzteile für Gebrauchsgegenstände auf den Markt werfen, was natürlich unser aller Sicherheit oder, wenn man nicht ganz soweit gehen möchte, zumindest das hierzulande gewohnte Qualitätsnivau von Konsumgütern bedrohen kann.

Und nicht zuletzt steht das Patentrecht im Raum. Übertrieben gesagt: Wenn sich jedermann in Zukunft echt wirkende Markenklamotten selbst drucken und auch günstig an diese Druckpläne gelangen kann, wo verdienen da noch die Marken? Spannend wird es auch sein, den Markt für die Drucksubstanzen zu beobachten: Welche Inhaltsstoffe sich durchsetzen werden, ist bei jetzigem Stand noch nicht ersichtlich. Werden hier gänzlich neue Märkte mit ihren eigenen Knappheiten entstehen, die die klassischen Economies-Of-Scale der Produktion auch auf Zulieferseite auf den Kopf stellen werden?

Neben  technischen Fragestellungen sowie wirtschaftlichen Implikationen, wird beim Thema 3D-Druck meiner Meinung nach insbesondere auch ein gesellschaftlicher sowie politischer Diskurs gefragt sein. Hier gibt es derzeit wenig Ansätze. Den digitalen Wandel  – einhergehend mit seinen enormen disruptiven Kräften – politisch nicht zu lenken und gesellschaftlich nicht einzuordnen, halte ich für fatal. Mir scheint, dass insbesondere die Politik das Thema nicht ernst genug nimmt.